Der Güllepumpen Neuaufbau


Ende 1996 ergab sich nach inzwischen dreieinhalb Jahren stolzen Besitzes meiner Güllepumpe folgende Situation:
Die CX hatte nach 80.000 gelaufenen km trotz neuer Steuerkette einen klappernden Motor. Ein Kolben kippelte. Also begaben mein Kumpel Mühle und ich uns daran, das Motorrad einer Generalüberholung zu unterziehen. Allerdings mit Hindernissen!
Wir waren zwar beide geübt im Umgang mit dem Schraubenschlüssel, eine voll ausgestattete Werkstatt war auch vorhanden, nur hatten wir noch nie an einem Moped herumgeschraubt.

Per Handbuch wurde die Karre innerhalb von 6 Stunden in sämtliche Einzelteile zerlegt, in sauber beschrifteten Kisten verpackt.

Der Rahmen wurde in seine Einzelteile zerlegt und aufgearbeitet. Dabei gingen wir mit viel Fingerspitzengefühl vor, wie das untenstehenden Fotos zeigt. Mühle versucht dort gerade, den Hauptständer zu lösen. Nach den Vorarbeiten wurde der Rahmen ebenfalls abgestrahlt und danach schwarz glänzend pulverbeschichtet:



Der Motor wurde in einem Motorrad-Meisterbetrieb - der Firma Bike-Service in Münster-Hiltrup - generalüberholt (Wenn schon, dann auch richtig!), so dass im Prinzip nur Kurbelwelle und Pleuelstangen die alten blieben. Allerdings ließ ich mir vorher einen Kostenvoranschlag erstellen, um eine böse Überraschung zu vermeiden. Die Motorgehäuseteile hat mir Ralf Sommerkamp (->www.sommerkamp-motoren.de) in seiner Firma für die Instandsetzung von Schiffsdieseln sandgestrahlt - die dadurch erhoffte Hubraumsteigerung blieb leider jedoch aus:



Danach wurden die Teile gereinigt und neu lackiert. Mit der ganzen hin- und herschieberei der Motorteile sollte sich diese Maßnahme über zwei Monate hinziehen. Für uns blieb trotzdem genug zu tun!

Wir konnten zwischenzeitlich schon einmal mit dem Wiederaufbau beginnen. Der Rahmen wurde montiert und dann die Maschine Stück für Stück wieder zusammengesetzt.




Bastelarbeiten

Ratlos?

Lackierarbeiten

Lackierarbeiten
Dabei machte sich bezahlt, dass wir alle Teile vorher fein säuberlich sortiert hatten.
Eine weitere Hilfe war meine zweite CX 500, die sowohl als Modell als auch als Teileträger herhalten musste. Sie musste ihre Verkleidung, die Sturzbügel und die Sitzbank hergeben.

Vor dem Einbau wurden die Einzelteile aufgearbeitet, so dass das Motorrad nur langsam wieder Gestalt annahm. Auch der Lacksatz, der ohnehin nicht mehr in Originallackierung glänzen durfte, wurde neu lackiert. Nach anfänglicher Tendenz zu einem kräftigen Gelb, entschied ich mich letztendlich doch für schwarz:



Die Kleinteile, wie z.B. die Gabelbrücken wurden von uns selbst ganz einfach per Sprühdose lackiert. Ansonsten hatten wir manchen Abend einfach viel zu polieren.

Beim Montieren der einzelnen Komponenten zeigte sich, dass die CX500 wirklich einfach aufgebaut ist. Auch für ungeübte Hände ist der Zusammenbau kein Problem! Am schwierigsten waren oft die Kleinigkeiten und nicht, wie vorher vermutet, der Wiedereinbau der Elektrik.

Nachdem schließlich der "neue" alte Motor wieder in unserer Werkstatt stand, wurde die Maschine "vollendet". Selbstverständlich bauten wir ihn selber wieder ein:



Probleme tauchten eigentlich nicht auf, bis auf die Tatsache, dass beim Zusammenbau in der Werkstatt die alte mechanische Dichtung der Wasserpumpe wieder eingebaut worden war und der Motor bei der ersten Probefahrt ein kleines Rinnsal von Kühlwasser abgab. Da eine neue Dichtung eingepresst werden musste, erfolgte ein erneuter Ausbau und späterer Einbau des Motors (inzwischen fast Routine).

Fazit:
Ich muss zugeben, dass diese ganze Aktion nicht ganz vorteilhaft für mein Budget war, aber ein neues Motorrad wäre teurer gewesen. Dafür hat es Spass gemacht, ich kenne erst mein Motorrad richtig - und das jetzt bis zur letzten Schraube!
Und das Ergebnis kann sich doch sehen lassen, oder?



Und später gab es dann auf unserer Motorrad-Party, zu der auch alle an der Aktion Beteiligten eingeladen wurden, für mich eine Überraschung:
Meine CX wurde in die Halle geholt, zwecks Einweihung mit Bier besprenkelt und erhielt dann feierlich... na was wohl? Eine Klobürste mit verchromtem Griff! Damit ist auch dieses Rätsel gelöst. Die Klobürste ist ein Geschenk meiner Freunde zur Neu-Einweihung meiner CX!



Ein kleines Dankeschön an dieser Stelle an Olli aus Riesenbeck, die Fa. Sommerkamp aus Hörstel, die Fa. Bike-Service aus Münster-Hiltrup und an Mühle!

Einmal auf den Geschmack gekommen, folgte im Winter 97/98 der Umbau der Maschine!



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© Jörg Wernsmann seit 14.10.1998 - Letztes Update: 20.06.2007